Weiden-Management

GUT MÜLLERHOF ZUR MOTTE

Weiden & Weidenmanagement

Die Weiden sind in unserer Gestütsanlage die wichtigste Grundlage für die Haltung der Pferde. Weiden sind für uns viel mehr als ein abgestecktes Stück Grünland. Unsere Weiden sind im hohen Maß geprägt von Abwechslung und Qualität. Vielfach wird der ungeheure Erkundungsdrang und die Neugier der Pferde unterschätzt. Je Abwechslungsreicher die Weide ist und mehr Elemente die zur Verfügung gestellt werden, desto Nachhaltiger wird der Erkundungsdrang und die Neugier gestillt und gefördert. Dies ist insbesondere bei jüngeren Pferden ein wichtiger Lehrprozess, im Umgang mit dem Lebensraum, das den Erkundungsdrang im hohen Maß fördert.

Insgesamt verfügen wir über zirka 17 Hektar Weideland und 5 Hektar Wald. Diese Bereiche sind um die Gestütsanlage herum arrondiert. Auf diesem Arial stehen den Pferden zirka 12 Weiden zur Verfügung, die entsprechend ihrer Anforderung unterschiedliche Größen haben. Die durchdachte Zaunstellung erlaubt es auch  Weidebereiche zu verbinden. So können wir gewährleisten dass die Pferde bei jeder Jahreszeit und Witterung gepflegte und gut gemanagte Weiden zur Verfügung haben. Für die feuchte Jahreszeit verfügen wir über sehr trittfeste und robuste Weidebereiche. Wir achten genau auf den Pferdebestand, so dass immer eine gute Balance zwischen Weideruhe und Beanspruchung durch die Tiere besteht. Dies ist insbesondere von großer Wichtigkeit, da die Pferde die Bereiche stark beanspruchen.

GUT MÜLLERHOF ZUR MOTTE

Weide-Konzept

Die neu anlegten Wiesen dienen im Wesentlichen zur Heugewinnung. Der Zeitpunkt der jeweiligen Heuschnitte wird jeweils von dem Expertenteam vorgegeben. Besonderes Augenmerk wird auf die Technik des Mähens gelegt. Ein Teil der Wiesen steht den Pferden des Gestüts zur selektiven Beweidung zur Verfügung. Die Pflege dieser Weiden und selektiven Nutzung wird in das Gesamtkonzept der Nutzung unser neu angelegten Grünflächen integriert, so dass eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft entsteht, die viele Nutzungen bietet.

Die Fülle von unterschiedlichen Insekten wird sich wieder einstellen und damit der Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln und Kleintieren entstehen, so wie sie in den 30er Jahren üblicherweise vorzufinden waren.

Dieses Projekt entspricht der Geisteshaltung des Gut Müllerhofs:

Quod credimus – quod damus

(was wir nehmen – was wir geben)

Zielsetzung

Aktive Grünlandbewirtschaftung

Das Gut Müllerhof verfügt insgesamt über 28 ha Flächen. Davon sind ca. 8 ha Wald, der nicht als Nutzwald bewirtschaftet wurde. Ca. 1 ha steht für Gebäudlichkeiten, Erschließung, Parkanlagen, Zuwegung und Gestütsanlagen zur Verfügung.

Schöne gesunde Wiesen mit einer Vielzahl von Gräsern und Blumen, Saumbiotope aus Hecken und Stauden, aber auch Areale des Waldes bis hin zum Schilfgürtel an der Wupper, werden Lebensgrundlage für viele beispielsweise Insekten sein, die wiederum eine Fülle weiterer Tier- und Pflanzenarten begünstigen. Der angrenzende Wald beispielsweise kann nur Bruthabitat sein, wenn zur Nahrungsaufnahme die Feuchtwiese zur Verfügung steht. Nur der Verbund wird zu einer Wiederbesiedlung führen durch Arten, die in Bedrängnis gekommen sind.

Im Kontext Pferd

Weidegang

Landschaft und Pferd bilden eine Symbiose – in denen das feinstoffliche System „Pferd“ und das biologische Gleichgewicht der Flächen, von denen es lebt, in Einklang gebracht werden. Langfristiges Denken – Renaturierung der Flächen ,altes und neues Wissen um Pflanzen und deren Standorte mit den Vorlieben und dem natürlichen Verhalten der Pferde zu verbinden ist unser Ziel.

Alle Pferde haben 7/365 täglichen Weidegang, je nach Jahreszeit zwischen 8-12 Stunden. Wir halten für unsere Pferde 14 Wechselkoppeln bereit, um so eine Über- oder Unterweidung zu verhindern. Besonderen Stellenwert hat die Weidehygiene und die extensive Grünlandbewirtschaftung.

Jede Weide verfügt über unterschiedliche Habitate, die wir durch entsprechende Einsaat erzeugen oder die naturgegeben vorhanden sind. Hierzu zählen bei jeder Koppel ein Waldrand, Baumbestand, das Flussufer oder freie Grasflächen. Geprägt und inspiriert durch die Theorien der Permakultur haben wir die Weiden wie folgt
angelegt. Gemäß der Schematischen Darstellung verfügen unsere Weiden über folgende Eigenschaften:

Blühstreifen

Wo immer möglich, erzeugen wir einen Blühstreifen der je nach Weide zwischen 600 – 1000 Quadratmeter groß ist und für die Pferde nicht zugänglich ist. Der Blühstreifen ist sozusagen die Weide für Insekten. Diese sind Mehrjährig und verdichten sich durch Eigenaussaat.

Doppelzäune

An prekären Stellen zum Beispiel Straßen oder Fußgängerwege, setzen wir prinzipiell Doppelzäune mit ausreichendem Abstand.

Äusserer Streifen mit Kräutern & Gräsern

Der äußere Streifen einer Weide (ca. 5 m breit) wird mit einer Kräuter-/Gräser Mischung bepflanzt, hier haben wir zirka 55 verschiedene Kräuter und 7 verschiedene Gräser. Dieser Streifen dient den Pferden als „Apotheke und Kräuterladen“. Dieser Bereich wird nur selektiv von den Pferden besucht. Wir lassen den Kräuterstreifen über das Jahr gesehen, so lange wie möglich ausblühen. Auch hier erzeugen wir ein Lebensraum für Insekten und insbesondere für kleine Vögel sowie Amphibien und eine Fülle von weiteren Lebewesen. Daneben folgt ein weiterer Pflanzstreifen, der eine
äußerst Artenreiche und abwechslungsreiche Einsaat erhält. Neben 9 verschiedenen Gräsern finden sich hier auch Luzerne, Espazette, Wildhafer und Kräuter aus heimischem Anflug.

Pferdeweideflächen

Der innere Bereich der Weide hat eine originäre Pferdeweide, Einsaat mit 7 verbeschiedenen Gräsern.

Bei der Weidepflege lassen wir immer großzügige Zonen, die nicht bearbeitet und gemäht werden. Hier entstehen über die Jahreszeiten, Zonen für das lebendige Heu.

Wald als Weideland

Jede Weide hat eine hinreichend großen Anteil an Baumbestand und naturbelassenen Waldboden, der gerne von den Pferden zum Wälzen benutzt wird. Neben Zweigen, Blättern, Waldkräutern und Waldgräsern dient dieser Bereich, bei hohen Temperaturen als Schattenspender und bei Regen als Unterstell Möglichkeit.

Jede Weide hat dazu einen „Knabber Bereich“ wo Gehölze, Äste und Knospen der Saison für die Tiere bereit steht.

Sandplatz

Jede Weide hat einen ausreichend großen Sandplatz der für das Wohlbefinden der Pferde unerlässlich ist.

Weide-Hygiene

Zu der Pflege der Weide gehört nicht nur die fachgerechte Bearbeitung in den Ruhezeiten sondern auch während der Benutzung der Weiden, wie das tägliche abäppeln und Kontrolle auf Neophyten und mögliche Giftpflanzen, mit denen in extensiv bewirtschaften Bereichen immer wieder zu rechnen ist.

Trinkstellen

Jede Weide verfügt über ausreichende Trinkstellen die mit Brunnenwasser gespeist sind. Die Qualität des Wassers wird periodisch durch die LUFA kontrolliert.

Fazit: Im Kreislauf mit der Natur

Weide als Lebensraum

Grundlage für unsere Bewirtschaftungsmaßnahmen ist das Vorbild der Natur – wir berücksichtigen alle vielfältig verflochtenen Wechselwirkungen von pflanzlichen und tierischen Lebewesen. Dieses nur als Ganzheit zu begreifende biologische Gefüge achten und respektieren wir 365 Tage im Jahr – so erhalten wir Ernährungsgrundlagen und Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt.

vorbildliche Weiden

ganzjähriges Konzept